Sachverständige:r2.1 Entwicklung und TrendsS. 15bis ca. 2007
Bis ca. 2007 vertrat UNODC die Auffassung, Taliban profitierten nicht nennenswert vom Opium
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„In den Berichten des UNODC gibt es eine Veränderung insofern, als das UNODC bis ca. 2007 in seinen Berichten die Auffassung vertritt, dass die Taliban und andere Aufständische nicht oder nicht nennenswert vom Drogengeld profitieren; die Drogenkartelle seien eingesessen, manche sympathisierten mit der Regierung, andere mit der Aufstandsbewegung, aber es sei kein einheitliches politisches Profil zu erkennen. Dies wird im Wesentlichen in der einschlägigen Forschung bestätigt.“
Bis etwa 2007 habe das UNODC in seinen Berichten die Position vertreten, dass Taliban und andere Aufständische nicht oder nicht nennenswert vom Drogengeld profitierten; einschlägige Forschung bestätige dies im Wesentlichen.
Deutschland habe sich gegenüber der Drogenökonomie sehr zurückhaltend verhalten und sich darauf zurückgezogen, dass dafür im Lead-Nation-Konzept das Vereinigte Königreich bzw. die afghanische Regierung zuständig seien.
Die wirtschaftlichen Verwerfungen der Intervention hätten den Aufbau staatlicher Rentiersstrukturen begünstigt, die von illegalen Drogenrentiersstrukturen gespiegelt worden seien.
Empfohlen werden ein institutionelles Gedächtnis für künftige Einsätze, ein internationaler Lernprozess auf diplomatischem Weg sowie klar definierte und fair geteilte Verantwortung in multilateralen Einsätzen.
Die Opiumökonomie sei nicht durch die Intervention ab 2001 verursacht, aber die Interventionspolitik habe Bedingungen geschaffen, die sie häufig begünstigt hätten; günstige Bedingungen reichten bis vor 1979 zurück.
Thema: Lehren für die Zukunftvor 1973 bis 2021enquete_gutachten\kuehn-drogenoekonomie.json
Der weitaus größte Teil der Wertsteigerung des Opiums entstehe auf dem Transportweg und im Konsumland; bei den afghanischen Bauern kämen nur 1–2 Prozent des Straßenverkaufswerts an.