Sachverständige:r2 Entwicklung der DrogenökonomieS. 122000er–2010er Jahre
Während der 2000er/2010er stammten teils über zwei Drittel des Opiums aus Helmand und Kandahar
Originalstelle
„„Phasenweise wurde während der 2000er und 2010er Jahre dort mehr als 2/3 des Opiums angebaut – so dass es beinah irreführend ist, von afghanischem Opium zu sprechen.“
Phasenweise hätten Helmand und Kandahar zusammen mehr als zwei Drittel des afghanischen Opiums produziert; die Produktion sei stark regional konzentriert gewesen.
Deutschland habe sich gegenüber der Drogenökonomie sehr zurückhaltend verhalten und sich darauf zurückgezogen, dass dafür im Lead-Nation-Konzept das Vereinigte Königreich bzw. die afghanische Regierung zuständig seien.
Die wirtschaftlichen Verwerfungen der Intervention hätten den Aufbau staatlicher Rentiersstrukturen begünstigt, die von illegalen Drogenrentiersstrukturen gespiegelt worden seien.
Empfohlen werden ein institutionelles Gedächtnis für künftige Einsätze, ein internationaler Lernprozess auf diplomatischem Weg sowie klar definierte und fair geteilte Verantwortung in multilateralen Einsätzen.
Die Opiumökonomie sei nicht durch die Intervention ab 2001 verursacht, aber die Interventionspolitik habe Bedingungen geschaffen, die sie häufig begünstigt hätten; günstige Bedingungen reichten bis vor 1979 zurück.
Thema: Lehren für die Zukunftvor 1973 bis 2021enquete_gutachten\kuehn-drogenoekonomie.json
Der weitaus größte Teil der Wertsteigerung des Opiums entstehe auf dem Transportweg und im Konsumland; bei den afghanischen Bauern kämen nur 1–2 Prozent des Straßenverkaufswerts an.