Intervention in zwei Phasen: ‚Veränderungswille' bis 2011/12, danach ‚Verwalten'
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„Obwohl die Stabilisierungsmission erst 2014 endete, lässt sich die Intervention in zwei etwa gleich lange Phasen teilen. Inder ersten Phase bis etwa 2011/12 wurden die Policy- Ziele noch mit einem echten Veränderungswillen formuliert; die westlichen Akteure verbanden ihre Allianzziele mit konkreten, zu verändernden Zusammenhängen in Afghanistan und versuchten, diese mittels Policy zu adressieren. Als die Ernüchterung eintrat und damit der Wille, Resourcen und Menschenleben in Afghanistan einzusetzen, wobei der sicherheitspolitische Nutzen unbelegt blieb, glitt die Intervention in eine Phase des ‚Verwaltens‘ über.“
Die Intervention lasse sich in zwei etwa gleich lange Phasen teilen: In der ersten (bis 2011/12) seien Policy-Ziele noch mit echtem Veränderungswillen verfolgt worden; danach sei sie in eine Phase des ‚Verwaltens' übergegangen, in der vor allem auf einen ‚glimpflichen Exit' hingearbeitet worden sei.
Deutschland habe sich gegenüber der Drogenökonomie sehr zurückhaltend verhalten und sich darauf zurückgezogen, dass dafür im Lead-Nation-Konzept das Vereinigte Königreich bzw. die afghanische Regierung zuständig seien.
Die wirtschaftlichen Verwerfungen der Intervention hätten den Aufbau staatlicher Rentiersstrukturen begünstigt, die von illegalen Drogenrentiersstrukturen gespiegelt worden seien.
Empfohlen werden ein institutionelles Gedächtnis für künftige Einsätze, ein internationaler Lernprozess auf diplomatischem Weg sowie klar definierte und fair geteilte Verantwortung in multilateralen Einsätzen.
Die Opiumökonomie sei nicht durch die Intervention ab 2001 verursacht, aber die Interventionspolitik habe Bedingungen geschaffen, die sie häufig begünstigt hätten; günstige Bedingungen reichten bis vor 1979 zurück.
Thema: Lehren für die Zukunftvor 1973 bis 2021enquete_gutachten\kuehn-drogenoekonomie.json
Der weitaus größte Teil der Wertsteigerung des Opiums entstehe auf dem Transportweg und im Konsumland; bei den afghanischen Bauern kämen nur 1–2 Prozent des Straßenverkaufswerts an.