Westliche Intervention 2001 traf auf ein erfolgreich durchgesetztes Talibanverbot des Mohnanbaus
Originalstelle
„„Die westliche Intervention ab 2001 fiel zufällig in ein Jahr, in dem die Taliban den Anbau von Schlafmohn verboten und dieses Verbot weitgehend durchgesetzt hatten.“
Die westliche Intervention 2001 sei zufällig in ein Jahr gefallen, in dem die Taliban den Schlafmohnanbau verboten und das Verbot weitgehend durchgesetzt hatten; die Motive dafür blieben bis heute umstritten.
Deutschland habe sich gegenüber der Drogenökonomie sehr zurückhaltend verhalten und sich darauf zurückgezogen, dass dafür im Lead-Nation-Konzept das Vereinigte Königreich bzw. die afghanische Regierung zuständig seien.
Die wirtschaftlichen Verwerfungen der Intervention hätten den Aufbau staatlicher Rentiersstrukturen begünstigt, die von illegalen Drogenrentiersstrukturen gespiegelt worden seien.
Empfohlen werden ein institutionelles Gedächtnis für künftige Einsätze, ein internationaler Lernprozess auf diplomatischem Weg sowie klar definierte und fair geteilte Verantwortung in multilateralen Einsätzen.
Die Opiumökonomie sei nicht durch die Intervention ab 2001 verursacht, aber die Interventionspolitik habe Bedingungen geschaffen, die sie häufig begünstigt hätten; günstige Bedingungen reichten bis vor 1979 zurück.
Thema: Lehren für die Zukunftvor 1973 bis 2021enquete_gutachten\kuehn-drogenoekonomie.json
Der weitaus größte Teil der Wertsteigerung des Opiums entstehe auf dem Transportweg und im Konsumland; bei den afghanischen Bauern kämen nur 1–2 Prozent des Straßenverkaufswerts an.