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Bewertung Kap. 4.1 — Bonn-Konferenz S. 19–20 27.11.–05.12.2001

Petersberg-Konferenz in Bonn 2001 als entscheidende Weichenstellung: Kabinettsposten als Kriegsbeute verteilt, Taliban ausgeschlossen

Originalstelle
„Schnell wurde klar, dass die Nordallianz, die als Partner der US-geführten Invasion aus dem Krieg siegreich hervorgegangen war, die Konferenz dominierte. Ihr gelang es, alle wichtigen Ministerien im Sicherheitssektor zu besetzen und die Ernennung von Hamid Karzai zum Chef der Übergangsregierung zu beeinflussen … Die Kabinettsposten wurden im Wesentlichen als Kriegsbeute verteilt. Die VN und die USA erhöhten bewusst die Zahl der Ministerien für die Übergangsregierung, um möglichst viele Beteiligten unterzubringen und zu belohnen (Maley, 2006).“

Quelle: Gutachten BICC: Korruption in Afghanistan (Enquete-Kommission), S. 19–20 (Original, neues Fenster)

Die Petersberg-Konferenz in Bonn (27.11.–05.12.2001) sei die entscheidende Weichenstellung gewesen: Die Nordallianz dominierte sie und besetzte alle wichtigen Sicherheitsministerien. Kabinettsposten wurden „als Kriegsbeute” verteilt; VN und USA erhöhten bewusst die Ministerienzahl, um möglichst viele zu belohnen. Die Taliban blieben ausgeschlossen, was im Nachhinein als „einer der größten Fehler” bewertet. Astri Suhrke spricht von „kein Friedensabkommen, sondern einer Erklärung über eine Nachkriegsordnung”.

Thema: Verantwortung & Konsequenzen Status: entwurf_unbestaetigt

Quelle

Dokument: Gutachten BICC: Korruption in Afghanistan (Enquete-Kommission)

Autor:in: Conrad Schetter, Susanne Schmeidl, Timor Sharan, Rodrigo Bolaños Suárez, Boubacar Haidara (mit Gesa Himmelstoß und Constantino Vendra)

Bonn International Centre for Conflict Studies (BICC) — wissenschaftliches Gutachten im Auftrag des Deutschen Bundestags / der Enquete-Kommission „Lehren aus Afghanistan für das künftige vernetzte Engagement Deutschlands”

Datum: 2024-08-15

Art des Belegs: wörtliches Zitat

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