Bridge the Gap.

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Empfehlung 5.2 — Krisenfrüherkennung und Fehlerkultur S. 71

Meyer: Bessere Fehlerkultur durch Lernprozesse mit klaren Verantwortlichkeiten und „robustem Mechanismus” zur Umsetzung

Originalstelle
„„Es braucht starke und glaubwürdige Signale der Führung, dass sie ein ausgeprägtes Interesse gegenüber dem Lernen – auch unbequemer Erkenntnisse – hat.”“

Quelle: Drs. 20/14500, S. 71 (Original, neues Fenster)

Für eine bessere Fehlerkultur sei es wichtig, dass das Berichten von Fehlern nicht stigmatisiert werde, konstruktive Kritik institutionalisiert und Lernbemühungen über Ressortgrenzen hinweg vernetzt würden. Lernprozesse dürften nicht bei Empfehlungen enden; es brauche klare Verantwortlichkeiten und einen „robusten Mechanismus” zur Umsetzung. Meyer plädierte für einen deutschen Nationalen Sicherheitsrat mit einer Instanz „auf der Basis von All-Source-Intelligence”, zeitnah nach „strategischen Überraschungen” einzusetzende kleinere Untersuchungskommissionen sowie eine neue ressortübergreifende Abteilung „Evaluation und Lernen”.

Thema: Lehren für die Zukunft Akteure: Christoph Meyer Status: entwurf_unbestaetigt

Quelle

Dokument: Abschlussbericht der Enquete-Kommission „Lehren aus Afghanistan für das künftige vernetzte Engagement Deutschlands”, Kapitel 5 — Die öffentlichen Anhörungen mit externen Sachverständigen

Drucksache: 20/14500

Fundstelle: S. 71 (Dokument insgesamt S. 68–82 (PDF-Seiten 70–84))

Art des Belegs: wörtliches Zitat

Weiteres aus derselben Quelle

Sachverständige:r 5.1 — Externe Impulse zur Zukunft des integrierten Engagements S. 68

Rotmann (GPPi): Integrierte Strategien brauchen zwei Elemente: systematische länderspezifische Politik und kontextspezifischen Analysestrom

Philipp Rotmann (Global Public Policy Institute, Berlin) erklärte in der Anhörung am 19.02.2024: Integrierte Strategien benötigten zwei sich ergänzende Elemente: eine systematische länderspezifische Politik („gezielter Einsatz aller relevanten Mittel zum Erreichen eines konkreten Ziels im Einsatzland”) und einen daraus abgeleiteten Strom kontextspezifischer Analysen. Investitionen in Analyse und Evaluierung würden nur dann Wirkung entfalten, wenn ein strategisches politisches Fundament getragen werde.

Thema: Lehren für die Zukunft 19.02.2024 Akteure: Philipp Rotmann, Global Public Policy Institute enquete\kap5-anhoerungen.json
Empfehlung 5.1 — Externe Impulse zur Zukunft des integrierten Engagements S. 68–69

Rotmann: Zentrale integrierte Führungsstruktur in der Regierung, angesiedelt im Kanzleramt oder bei einer oder einem hochrangigen Sonderbeauftragten

Rotmann empfahl, in der Regierung zentrale integrierte Strukturen für das Internationale Krisenmanagement zu schaffen, da die Ressorts diese Aufgabe weder allein noch gemeinsam übernehmen könnten. Aus seiner Sicht wäre das Kanzleramt der „logische Ort für eine integrierte Führungsrolle”. Alternativ käme das Modell einer oder eines hochrangigen Sonderbeauftragten der Bundesregierung mit starkem politischen Mandat, Zugang zu Kanzler/-in und Kabinett sowie integriertem Stab aus den Ressorts infrage.

Thema: Ressortabstimmung Akteure: Philipp Rotmann, Bundeskanzleramt enquete\kap5-anhoerungen.json
Empfehlung 5.1 — Externe Impulse zur Zukunft des integrierten Engagements S. 69

Rotmann: Auch das Parlament braucht zentrales Gremium für Krisen-Gesamtverantwortung, etwa einen gemeinsamen Ausschuss oder den Auswärtigen Ausschuss

Auch das Parlament benötige laut Rotmann einen zentralen Ort, „wo die Gesamtverantwortung für Erfolg und Scheitern der deutschen Bemühungen um eine bestimmte Krise inhaltlich bearbeitet wird”. Das Gremium müsse genügend Gewicht haben, um Minister/-innen und Staatssekretär/-innen regelmäßig öffentlich zu befragen und strategische Kernfragen nichtöffentlich beraten zu können. Empfohlen wurden entweder die Einrichtung eines gemeinsamen Ausschusses (mit Doppel-Mitgliedschaft in den relevanten Fachausschüssen) oder die federführende Übernahme durch den Auswärtigen Ausschuss.

Empfehlung 5.1 — Externe Impulse zur Zukunft des integrierten Engagements S. 69

Rotmann: Stärkere Wirkungsorientierung und Lernkultur; das Parlament solle Auftragsforschung häufiger nutzen

Rotmann erkannte an, dass die Ressorts in Wissens- und Fehlerkultur in den vergangenen 10 bis 15 Jahren innovativ gewesen seien, jedoch werde „noch nicht in der praxisrelevanten Geschwindigkeit und Zielgerichtetheit” erforscht, welche Maßnahmen zur Konfliktbewältigung funktionierten. Evaluierungen untersuchten oft nicht die richtigen Fragestellungen, weil sie nicht effektiv an die politische Ebene angebunden seien. Das Parlament solle „mit Nachdruck eine stärkere Wirkungsorientierung und Lernkultur einfordern”; Parlament und Exekutive sollten häufiger Auftragsforschung nutzen.

Thema: Lehren für die Zukunft Akteure: Philipp Rotmann enquete\kap5-anhoerungen.json
Sachverständige:r 5.1 — Externe Impulse zur Zukunft des integrierten Engagements S. 69

Schroeder (Stabilisation Platform): Künftig häufiger koordinierende oder führende Rolle Deutschlands erwartet; er plädiert für Nationalen Sicherheitsrat

Robin Schroeder (Stabilisation Platform, Berater AA) betonte, Krisenmanagement müsse künftig unter veränderten Rahmenbedingungen gestaltet werden: heterogene, nicht immer gleich gesinnte Akteure; USA stünden für Stabilisierungs-Führung nicht mehr wie bisher zur Verfügung; Bedeutung der VN drohe zu sinken. Von Deutschland werde durch internationale Partner immer häufiger eine koordinierende oder führende Rolle erwartet. Er sprach sich für die Schaffung eines Nationalen Sicherheitsrates aus und befürwortete die Vorschläge von Rotmann.

Thema: Ressortabstimmung 19.02.2024 Akteure: Robin Schroeder, Stabilisation Platform enquete\kap5-anhoerungen.json