Sprechzettel 16.09.2021 mit sieben Verbesserungspotenzialen: Strategie-Analyse, Strukturen, Selbstkritik, Führung, Szenarien, Ausbildung, Modernisierung
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„Darin wurden bereits vor der Fertigstellung des Berichtes die folgenden Bereiche als „Potential für Verbesserungen“ genannt: a) Strategischen Analysen muss hinreichend Raum neben der Tagesberichterstattung gegeben werden. b) Strukturen überprüfen, um hohen Koordinierungsaufwand durch Beteiligung verschiedener Abteilungen zu reduzieren. c) Stets und selbstkritisch prüfen: Stimmen die Argumente für eine Lageeinschätzung (noch)? d) Verantwortlichkeit aller Führungsebenen stärken. e) Noch stärkere Anwendung zeitgemäßer Analysemethoden (Szenario-Techniken).“
Aus einem Sprechzettel der Internen Revision für Dr. Kahl vom 16.09.2021 zur öffentlichen Anhörung der Nachrichtendienst-Präsidenten ergeben sich folgende „Potential[e] für Verbesserungen“: (a) strategischen Analysen mehr Raum neben Tagesberichterstattung; (b) Strukturen prüfen, Koordinierungsaufwand reduzieren; (c) selbstkritisch prüfen, ob Argumente für Lageeinschätzung noch stimmen; (d) Verantwortlichkeit aller Führungsebenen stärken; (e) stärkere Anwendung zeitgemäßer Analysemethoden (Szenario-Techniken); (f) bessere Ausbildungsangebote; (g) Anschluss an den laufenden Prozess der strategischen Modernisierung.
Das AA legte laut Aussage des damaligen Staatssekretärs Berger noch während der militärischen Evakuierungsoperation am 23.08.2021 einen Fünfpunkteplan auf. Er bildete die Grundlage der „Phase 2“ mit „Team Land“ und „Team Luft“ zur Fortführung der Evakuierungen über Land- und Luftweg nach Ende der militärischen Operation.
Der Fünfpunkteplan vom 23.08.2021 (MAT A BPol-2.99) enthielt: (1) zivile Weiterbetreibung des Flughafens Kabul in Absprache mit Türkei, USA, Taliban; (2) Gespräche mit Nachbarstaaten zur Aufnahme von Flüchtlingen auf dem Landweg; (3) schnelle und unkomplizierte Visa für Einreise nach Deutschland; (4) personelle Aufstockung der diplomatischen Vertretungen; (5) Erhöhung des Programms für besonders gefährdete Afghaninnen und Afghanen um zehn Millionen Euro.
Zur Umsetzung des Fünfpunkteplans verfasste die Deutsche Botschaft Islamabad (Pakistan) ab dem 27.09.2021 eine Reihe von Verbalnoten an das pakistanische Außenministerium. Pakistan wurde um Unterstützung der visumsfreien Einreise afghanischer Ortskräfte gebeten (u. a. Ortskräfte politischer Stiftungen und der GIZ). Die Deutsche Botschaft sagte zu, Aufenthalt in Islamabad sowie schnelle Ausreise über Linien- und Charterflüge zu ermöglichen; Betroffene erhielten in Deutschland „Visa on Arrival“.
Staatssekretär Berger hob in seiner Vernehmung die Bereitschaft Pakistans hervor, Listen, teils mit Personen ohne Ausweispapiere, zu akzeptieren und Flüge ab Islamabad zu erlauben; dies sei „keine Selbstverständlichkeit“ gewesen.
Außenminister Maas reiste am 31.08.2021 in die Nachbarstaaten Afghanistans, um Ausreise über den Landweg zu organisieren (u. a. Treffen mit dem pakistanischen Armeechef). Menschen seien „in Bussen an die pakistanische Grenze gebracht worden“. Parallel wurde ein „Compact for Afghanistan“ für die Kooperation mit Nachbarstaaten ausgearbeitet und in die EU eingebracht.