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Feststellung Teil 2, Kap. 3, Abschnitt 4.2.3 — RMO Mai 2021 S. 319 Mai/Juni 2021

Dr. Rohschürmann (RMO, 01.05.2021): Taliban würden Kabul nach Truppenabzug nicht überrennen können; „Saigon-Szenario” wird oft überzogen ausgemalt

Originalstelle
„Nach dem Truppenabzug werden die Taliban auch nicht die Kapazität haben Kabul zu überrennen. Immerhin kämpfen die afghanischen Truppen seit vier Jahren hauptsächlich allein (wenn auch nicht auf dem Level ausländischer Streitkräfte). In internationalen Sicherheitskreisen wird immer wieder Angst vor einem Saigon-Szenario geschürt. Was dabei in meinen Augen gerne vergessen wird, ist das Saigon auch erst zwei Jahre nach dem Truppenabzug gefallen ist … Eine Handstreicheroberung der Hauptstadt halte ich für extrem unwahrscheinlich.“

Quelle: Drs. 20/14700, S. 319 (Original, neues Fenster)

Der Leiter des RMO in Kabul, Dr. Rohschürmann, hielt am 01.05.2021 in einer E-Mail fest, die Taliban würden nach dem Truppenabzug nicht die Kapazität haben, Kabul zu überrennen. Eine „Handstreicheroberung der Hauptstadt” sei „extrem unwahrscheinlich”. Eine Eroberung einzelner Provinzhauptstädte sei möglich oder wahrscheinlich. Auch das RMO kam am 15.06.2021 zu der Einschätzung, kurzfristig (3–6 Monate) würden Kabul, Jalalabad und Herat dem Druck der Taliban standhalten.

Hinweis zur Einordnung: Diese RMO-Einschätzung war Teil mehrerer paralleler optimistischer Lagebilder im Frühjahr und Sommer 2021, neben dem BND-Sprechzettel ab-t2k3-021.
Thema: Lageeinschätzung Akteure: Dr. Rohschürmann, RMO Status: entwurf_unbestaetigt

Quelle

Dokument: Abschlussbericht des 1. Untersuchungsausschusses (Afghanistan), 20. Wahlperiode

Drucksache: 20/14700

Fundstelle: S. 319 (Dokument insgesamt S. 259–339)

Art des Belegs: wörtliches Zitat

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