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Feststellung Teil 2, Kap. 1, Abschnitt 2.3 — Zustand ANDSF S. 176

Domröse: ANDSF gut ausgebildet und ausgerüstet, aber Kampfeswille fehlte; Kaim: tatsächliche Stärke höchstens 150.000 statt offiziell 280.000

Originalstelle
„Die afghanischen Sicherheitskräfte hat der Sachverständige General a. D. Domröse als insgesamt gut ausgebildet und ausgestattet eingeschätzt. In den Analysen sei jedoch unterschätzt worden, wie entscheidend vor allem der Wille zum Kampf sei, der in Afghanistan gefehlt habe. … [Kaim:] So sei davon auszugehen, dass die offizielle Zahl von 280 000 Sicherheitskräften wahrscheinlich nie gestimmt habe und tatsächlich höchstens 150 000 Sicherheitskräfte zur Verfügung gestanden hätten.“

Quelle: Drs. 20/14700, S. 176 (Original, neues Fenster)

Die Sachverständigen-Bewertungen zur ANDSF gingen weit auseinander: Domröse sah die ANDSF gut ausgebildet und ausgerüstet, aber ohne Kampfeswillen; Kaim schätzte die tatsächliche Stärke wohl höchstens 150.000 statt offiziell 280.000; Mandatswechsel ISAF→RSM (01/2015) habe „local ownership” verloren, weil Ausbildung sich auf Kasernen beschränkte. Die Flucht Ghanis (15.08.2021) habe die Moral der Sicherheitskräfte weiter schwinden lassen.

Thema: Afghanische Regierung & Streitkräfte Status: entwurf_unbestaetigt

Quelle

Dokument: Abschlussbericht des 1. Untersuchungsausschusses (Afghanistan), 20. Wahlperiode

Drucksache: 20/14700

Fundstelle: S. 176 (Dokument insgesamt S. 155–205)

Art des Belegs: wörtliches Zitat

Verwandte Aussagen

Sachverständige:r Frage 6 — Leistungsfähigkeit der ANA/ANSF S. 6

ANSF aus seiner Sicht gut ausgebildet, gut ausgerüstet, loyal; eigene Gespräche bestätigten das

Die ANSF seien aus Domröses Sicht insgesamt gut ausgebildet, gut ausgerüstet und logistisch grundsätzlich auftragsfähig gewesen; über 20 Gespräche mit dem Generalstabschef, Kommandeuren, Soldaten, dem Präsidenten, dem Verteidigungsminister und Gouverneuren hätten keine Zweifel an deren Loyalität gegenüber dem Staat erkennen lassen.

Hinweis: Diese Bewertung steht in deutlicher Spannung zu Zerbin (offizielle ANSF-Stärke seien Geistersoldaten) und Petersmanns Korruptionsbild der Armee. Anschlussfragen für die Querprüfung sind Truppenstärke, Sold- und Versorgungspraxis und Korruptionsbild.
Thema: Afghanische Regierung & Streitkräfte stellungnahmen\06-domroese.json
Bewertung Loyalität und Niederlegungsbefehle S. 15

„Geisterkämpfer”: tatsächliche ANSF-Stärke vermutlich nur halb so groß wie offiziell genannt

Die NATO nannte über Jahre >300.000 ANSF; die tatsächliche Zahl sei schätzungsweise nur halb so groß gewesen, „Geisterkämpfer” tauchten nur in Listen auf, damit korrupte Beamte Gehälter kassierten; zudem habe hohe Fluktuation dafür gesorgt, dass viele Stellen unbesetzt oder mit nicht kampftauglichen Mitarbeitern besetzt waren.

Thema: Afghanische Regierung & Streitkräfte stellungnahmen\07-kaim.json
Sachverständige:r Frage 6 — Leistungsfähigkeit ANSF S. 15

Marty: „Geistersoldaten” wurden durch biometrisches Gehaltsregister deutlich reduziert; ANSF zahlenmäßig klar überlegen

Marty argumentiert, dass das „Geistersoldaten”-Problem nach Doha durch ein biometrisch verifiziertes Gehaltsregister und die Pflicht zu Bankkonten deutlich reduziert wurde; die ANSF (~300.000) seien den Taliban (maximal ~100.000, wahrscheinlich beträchtlich weniger) zahlenmäßig zu jeder Zeit klar überlegen gewesen.

Hinweis: Marty widerspricht hier direkt Zerbin (~50.000 reale Soldaten laut Payenda) und Kaim („tatsächliche Zahl nur halb so groß”). Drei sehr unterschiedliche Einschätzungen zur ANSF-Realstärke nebeneinander dokumentieren.
Thema: Afghanische Regierung & Streitkräfte stellungnahmen\08-marty.json
Sachverständige:r Frage 6 — Leistungsfähigkeit und Kampfeswille der ANA/ANSF S. 5

Offizielle Truppenstärke von ~300.000 war wahrscheinlich grob überhöht; ehem. Finanzminister: ~50.000

Die offiziell angegebene Truppenstärke (~300.000) sei laut dem früheren Finanzminister Khalid Payenda stark überhöht gewesen; tatsächlich hätten nur etwa 50.000 Soldaten zur Verfügung gestanden. Die Differenz seien „Geistersoldaten”, die Offizieren Mittel aus Kabul einbrachten; eine zahlenmäßige Überlegenheit habe es nie gegeben.

Thema: Afghanische Regierung & Streitkräfte Akteure: Khalid Payenda stellungnahmen\09-zerbin.json

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Doha-Abkommen am 29.02.2020 unterzeichnet: kalendarischer Ausgangspunkt des Untersuchungszeitraums

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Hinweis: BND-Wert ~40 % weicht von Mielkes 60 % und Martys <10-%-vollständige-Kontrolle ab. Dokumentiert sind drei unterschiedliche Lagebilder.
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