„Durch den Verzicht auf die Durchführung des Urkundenüberprüfungsverfahrens hätte das Visumverfahren nach Ansicht des Zeugen Soos um mindestens sechs Monate verkürzt werden können.“
Soos (AA, Referat Visumoptimierung) schlug im Oktober 2020 vor, im Visumverfahren auf die Urkundenüberprüfung (Heirats-, Geburtsurkunden) durch Vertrauensanwälte zu verzichten, da Ortskräfte ihrem Arbeitgeber bereits bekannt waren. Dies hätte das Visumverfahren um mindestens sechs Monate verkürzt; das BMI stimmte zu.
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„Ich hatte das so verstanden, dass man zu dem Zeitpunkt in der Abteilung 2, in der politischen Abteilung, aber auch bei AP 05 [Länderreferat Afghanistan und Pakistan] den Eindruck vermeiden wollte, dass die Deutschen jetzt abziehen und sich vorbereiten auf einen Abzug.“
Die Visa-Referate des AA schlugen im Mai 2020 vor, die größere Botschaft Teheran in die Bearbeitung afghanischer Visumanträge einzubeziehen. Die politische Abteilung 2 und das Länderreferat AP 05 lehnten ab, weil sie den Eindruck vermeiden wollten, „dass die Deutschen jetzt abziehen und sich vorbereiten auf einen Abzug“. Diese Signal-Logik verhinderte vorbereitende Maßnahmen.
Hinweis: Hier wird ein wiederkehrendes Muster deutlich: politische Signal-Erwägungen verhinderten verfahrenstechnische Vorbereitungen (siehe auch Charterflüge, Kontingentaufnahmen).