Gefangenenformulierung im Doha-Text und in der Joint Declaration widersprüchlich vage; Republik gab schließlich bis zu 6.100 frei
„Spezifisch versprachen die Vereinigten Staaten von Amerika nach Wortlaut von Teil 1 Buchstabe C des Doha-Abkommens „unverzüglich damit zu beginnen …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„Spezifisch versprachen die Vereinigten Staaten von Amerika nach Wortlaut von Teil 1 Buchstabe C des Doha-Abkommens „unverzüglich damit zu beginnen, mit allen relevanten Seiten an einem Plan für die zügige Freilassung von Kriegsgefangenen und politischen Häftlingen … zu beginnen” — was keinem direkten, geschweige denn garantierten Versprechen einer Freilassung von Gefangenen gleichkommt. Der nachfolgende Satz hält dann aber implizit widersprüchlich fest, dass „bis zu” 5'000 gefangen gehaltene Taliban und „bis zu” 1'000 Gefangene „der anderen Seite” … bis zum 10. März 2020 hätten freigelassen werden sollen. … Die afghanische Republik widersetzte sich hingegen zunächst der Freilassung von gefangenen Taliban, insbesondere gewisser als besonders gefährlich eingestufter Individuen, gab aber schliesslich nach und liess zwischen April und September 2021 [recte: 2020] gemäss einigen Angaben nicht nur 5'000 sondern bis zu 6'100 Taliban frei. Dies war ein weiterer Etappensieg der Taliban und ein Gesichtsverlust der afghanischen Republik … die wahrscheinlichste Erklärung jedoch [ist], dass U.S.-amerikanische Vertreter den verschiedenen Seiten gegenüber offenbar verschiedene Versprechen gemacht hatten.“
Quelle: Ausschuss-Drs. 20(27)106, S. 6–7 (Original, neues Fenster)
Der Doha-Wortlaut zur Gefangenenfreilassung sei widersprüchlich vage gewesen: kein direktes Versprechen, dafür aber „bis zu” 5.000 Taliban und 1.000 Regierungsangehörige bis 10. März 2020; die parallele „Joint Declaration” zwischen USA und Republik formulierte deutlich unverbindlicher. Die Republik gab schließlich laut Aussagen des Ghani-Sprechers bis zu 6.100 Taliban frei. Das sei ein weiterer Etappensieg der Taliban, ein Gesichtsverlust für die Republik. Wahrscheinlichste Erklärung der Widersprüche: US-Vertreter hätten verschiedenen Seiten unterschiedliche Versprechen gemacht.