Bridge the Gap.

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PRT Kunduz

In 4 Aussagen genannt.

Feststellung Kap. 4.1.2.2 — Ausweitung 2003–2009 S. 40–41

ISAF-Ausweitung 2003: 4. Mandat erweitert deutsches Einsatzgebiet auf Nordostprovinzen Kunduz, Baglan, Takhar, Badakhshan

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„Nachdem schon die Truppenstellung für ISAF IV große Probleme bereitete und der Irak-Krieg als Konkurrenz wirkte, wurde die Option eines Netzes von …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„Nachdem schon die Truppenstellung für ISAF IV große Probleme bereitete und der Irak-Krieg als Konkurrenz wirkte, wurde die Option eines Netzes von Provincial Reconstruction Teams für 14 Hauptorte in den Provinzen, zuständig für jeweils mehrere umgebende Provinzen, beschlossen. Diese von den USA entwickelten und OEF unterstellten „Stabilisierungsinseln“ hatten bisher eine Stärke zwischen 70 und 140 Mitarbeitenden, davon 60 bis 100 Soldaten mit einem hohen CIMIC-Anteil. In Kunduz nahm das erste deutsch geführte PRT Ende Oktober 2003 seine Arbeit auf.“

Quelle: Drs. 20/10400, S. 40–41 (Original, neues Fenster)

Im Oktober 2003 beschloss der VN-Sicherheitsrat die landesweite Ausweitung von ISAF. Mit dem 4. Mandat vom 24. Oktober 2003 wurde das deutsche Einsatzgebiet auf die Nordostprovinzen erweitert. Statt der für eine Ausweitung „nach Modell Kabul“ nötigen 10.000 zusätzlichen Soldat:innen wurde das Netz der Provincial Reconstruction Teams (PRTs) beschlossen, als „Stabilisierungsinseln“ in 14 Hauptorten. In Kunduz nahm Ende Oktober 2003 das erste deutsch geführte PRT seine Arbeit auf.

Thema: NATO & Bündnis Oktober 2003 Akteure: VN-Sicherheitsrat, Bundeswehr, PRT Kunduz enquete\zwischenbericht-projektgruppen-1.json
Feststellung Kap. 4.1.2.2 — Wendepunkt Kunduz S. 42

Selbstmordanschlag in Kunduz am 19.05.2007: 3 Bundeswehrangehörige und 7 afghanische Zivilisten getötet

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„Einem Selbstmordanschlag am 19. Mai 2007 auf dem Markt von Kunduz fielen drei Bundeswehrangehörige und sieben afghanische Zivilisten zum Opfer. Im …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„Einem Selbstmordanschlag am 19. Mai 2007 auf dem Markt von Kunduz fielen drei Bundeswehrangehörige und sieben afghanische Zivilisten zum Opfer. Im bisher relativ ruhigen deutschen Verantwortungsbereich wurde das zu einem Wendepunkt. Auch wenn es daraufhin zu starken Solidaritätsbekundungen gegenüber dem PRT kam, hatte jetzt der Eigenschutz im Nahbereich auf Kosten der Präsenz in der Fläche Vorrang. Damit wuchs die Distanz zwischen ISAF und Bevölkerung.“

Quelle: Drs. 20/10400, S. 42 (Original, neues Fenster)

Einem Selbstmordanschlag am 19. Mai 2007 auf dem Markt von Kunduz fielen drei Bundeswehrangehörige und sieben afghanische Zivilisten zum Opfer. Im bisher relativ ruhigen deutschen Verantwortungsbereich wurde das zu einem Wendepunkt: Eigenschutz im Nahbereich hatte nun Vorrang vor Präsenz in der Fläche. Damit wuchs die Distanz zwischen ISAF und Bevölkerung.

Thema: Lageeinschätzung 2007-05-19 Akteure: Taliban, Bundeswehr, PRT Kunduz enquete\zwischenbericht-projektgruppen-1.json
Feststellung Kap. 4.1.4.3.3 — Frühwarnungen S. 69

Abwiegelnde Antworten der Bundesregierung trotz alarmierender PRT-Berichte ab 2008

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„Bestimmte besorgniserregende Entwicklungen konnte man nicht zum Gegenstand einer öffentlichen Berichterstattung machen. Und wenn man für die Fortsetzung des Einsatzes wirbt, dann wird man natürlich so beschreiben, dass die Fortsetzung des Einsatzes Sinn macht.“

Quelle: Drs. 20/10400, S. 69 (Original, neues Fenster)

Im Herbst 2008 berichtete der deutsche PRT-Kommandeur in Kunduz, dass sich die Bedrohungslage in der Provinz seit einem Jahr erheblich verschärft habe, dass ISAF die Initiative verloren habe. In Berlin erhielten die Obleute nur abwiegelnde Antworten. Der ehemalige Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus erinnert sich, die Bundesregierung versuchte, „die Entwicklungen im Einsatzgebiet besser darzustellen als sie waren“. Thomas de Maizière (Ex-Kanzleramts-, Innen- und Verteidigungsminister) bestätigte dies.

Thema: Lageeinschätzung ab 2008 Akteure: Bundesregierung, Hellmut Königshaus, Thomas de Maizière, PRT Kunduz enquete\zwischenbericht-projektgruppen-1.json
Feststellung 4.2.5.3.3.3 — Zivil-militärische Kooperation S. 142

PRT-Kooperation mit Kriegsverbrechern (u. a. in Kunduz) schadete dem Ansehen

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„Darüber hinaus hat die Zusammenarbeit der PRTs (unter anderem in Kunduz) mit einzelnen einflussreichen Kommandeuren, die in den Augen der Bevölkerung …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„Darüber hinaus hat die Zusammenarbeit der PRTs (unter anderem in Kunduz) mit einzelnen einflussreichen Kommandeuren, die in den Augen der Bevölkerung keine Legitimität besaßen, weil sie Kriegsverbrecher waren, dem Ansehen des internationalen Engagements geschadet. Zudem wurden diese Einflusspersonen weiter gestärkt, weil sie entweder als Vermieter/- innen von Liegenschaften für PRTs oder Standorte der Entwicklungszusammenarbeit am ausländischen Engagement gut verdienten oder im Gegenzug für „Sicherheitsgebühren“ die Präsenz der internationalen Helfer/-innen „schützten“ – und nicht minder gut daran verdienten und ihre Macht ausbauen konnten.“

Quelle: Drs. 20/10400, S. 142 (Original, neues Fenster)

Die Zusammenarbeit der PRTs, unter anderem in Kunduz, mit einzelnen einflussreichen Kommandeuren, die in den Augen der Bevölkerung keine Legitimität besaßen, weil sie Kriegsverbrecher waren, schadete dem Ansehen des internationalen Engagements. Diese Einflusspersonen wurden zusätzlich gestärkt, indem sie als Vermieter oder gegen „Sicherheitsgebühren” am Engagement gut verdienten.

Thema: Verantwortung & Konsequenzen Akteure: PRT Kunduz, lokale Warlords enquete\zwischenbericht-projektgruppen-2.json