Bridge the Gap.

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Potzel

In 4 Aussagen genannt.

Feststellung Teil 2, Kap. 3, Abschnitt 2.2.3.c — Landsleutebrief S. 303

„Landsleutebrief” zur dringenden Ausreise erst am 12.08.2021 verschickt; USA und GBR vier Wochen früher, Frankreich am 13.07.2021

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„Ferner hat der Zeuge van Thiel ausgesagt, dass er bereits seit Juli 2021 die Anfertigung und Versendung eines „Landsleutebrief[es] zur dringenden …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„Ferner hat der Zeuge van Thiel ausgesagt, dass er bereits seit Juli 2021 die Anfertigung und Versendung eines „Landsleutebrief[es] zur dringenden Ausreise” gefordert habe. Die „Amerikaner und Briten” hätten dies bereits „vier Wochen” vor Donnerstag, dem 12. August 2021, getan. Frankreich hatte eine solche Ausreiseempfehlung am 13. Juli 2021 ausgesprochen. … In der Folge wurde der Landsleutebrief erst am 12. August 2021 verschickt.“

Quelle: Drs. 20/14700, S. 303 (Original, neues Fenster)

Geschäftsträger van Thiel forderte ab Juli 2021 die Versendung eines Landsleutebriefs zur dringenden Ausreise. USA und Vereinigtes Königreich hatten dies vier Wochen vor dem 12.08.2021 getan, Frankreich am 13.07.2021. Sonderbeauftragter Potzel begründete die zunächst ablehnende Haltung damit, dass „Leute, die bereits eine längere Zeit in Afghanistan sind, sich sicherlich am besten auskennen”. Der deutsche Landsleutebrief wurde schließlich erst am 12.08.2021 verschickt.

Thema: Krisenvorsorge & Evakuierungsplanung Juli – August 2021 Akteure: Jan Hendrik van Thiel, Potzel, USA, Frankreich abschlussbericht\teil2-kap3-lageentwicklung.json
Feststellung Teil 2, Kap. 5, Dritter Abschnitt 3.2.4 — Ghani-Bitte S. 461–462

Widersprüchliche Berichte über Ghanis Position: laut Potzel bat Ghani um Verzicht; laut van Thiel sagte Ghani: „natürlich könnt ihr wie die anderen das machen, ihr sollt nur keine Welle machen“

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„[van Thiel:] dann sagten die: Nee, nee, also natürlich könnt ihr wie die anderen das machen. - Was gemeint ist, ist das, was der Ghani gesagt hat …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„[van Thiel:] dann sagten die: Nee, nee, also natürlich könnt ihr wie die anderen das machen. - Was gemeint ist, ist das, was der Ghani gesagt hat: Ihr sollt keine Welle machen, ihr sollt nicht in der Presse da groß rumposaunen, ihr sollt nicht angeben. Ihr macht das - - wie die anderen, ihr macht das diskret.“

Quelle: Drs. 20/14700, S. 461–462 (Original, neues Fenster)

Zwei deutsche Zeugen schilderten Präsident Ghanis Position zu Charterflügen unterschiedlich: Sonderbeauftragter Potzel berichtete, Ghani habe um Verzicht gebeten (Sorge um seine Autorität, „run to the exit“). Geschäftsträger van Thiel kontrollierte das nach: Migrationsminister Mohib und Ghani hätten gesagt, Deutschland könne wie die anderen handeln, solle nur „keine Welle“ machen. Van Thiel hielt das Destabilisierungsargument für überstrapaziert.

Thema: Afghanische Regierung & Streitkräfte Akteure: Aschraf Ghani, Mohib, Potzel, Jan Hendrik van Thiel abschlussbericht\teil2-kap5-ortskraefte.json
Feststellung Teil 2, Kap. 7, 3.4 — Hausbesprechung 12.08. S. 526–527

AA-Hausbesprechung 12.08.2021 unter Leendertse; Krüger: „Realitätsverlust“ Ghani; van Thiel nicht zugeschaltet

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„• Mit militärischen Auseinandersetzungen in Kabul in einigen Wochen ist zu rechnen. • Präsident Ghani (und AFG Regierungsmitglieder) ist völlig …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„• Mit militärischen Auseinandersetzungen in Kabul in einigen Wochen ist zu rechnen. • Präsident Ghani (und AFG Regierungsmitglieder) ist völlig isoliert und hat keinen Zugriff mehr auf die Lage („Realitätsverlust“), er wird sich absehbar nicht mehr lange halten können.“

Quelle: Drs. 20/14700, S. 526–527 (Original, neues Fenster)

Am 12.08.2021 fand im AA eine Hausbesprechung unter Leitung von Staatssekretärin Leendertse statt (in Vertretung des urlaubsbedingt abwesenden Staatssekretärs Berger). Der Länderreferatsleiter Krüger sprach von „Realitätsverlust“ Ghanis und erwarteter militärischer Auseinandersetzung in Kabul „in einigen Wochen“. Der designierte Botschafter Potzel wurde zugeschaltet, Geschäftsträger van Thiel jedoch nicht, was Potzel intern als „etwas merkwürdig“ bezeichnete.

Thema: Ressortabstimmung 2021-08-12 Akteure: Leendertse, Krüger, Potzel, Jan Hendrik van Thiel abschlussbericht\teil2-kap7-evakuierung.json
Feststellung Teil 2, Kap. 7, 5.3 — Potzel-Aufforderung S. 555–556

Designierter Botschafter Potzel forderte am 14.08. zum Verbleib in der Botschaft auf: Taliban „nicht feindlich gesinnt“

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„[E]r hat mir … das Szenario beschrieben, dass die Taliban uns nicht feindlich gesinnt sind … und hat gesagt, dass die Pläne, zum Flughafen zu verlegen, nicht angezeigt sind … und dafür würde er mir eine gewisse Anzahl von KSK-Soldaten zur Verfügung stellen.“

Quelle: Drs. 20/14700, S. 555–556 (Original, neues Fenster)

Am 14.08.2021 forderte der designierte Botschafter Potzel van Thiel und „Fisch“ auf, in der Botschaft zu verbleiben; die Taliban seien „nicht feindlich gesinnt“; KSK-Kräfte würden gegen organisierte Kriminalität ausreichen. Van Thiel und „Fisch“ widersprachen entschieden: Sie hielten die Lagebewertung für „Spekulation“ und nicht geeignet, die Situation zu bewältigen. Potzel hatte keine Erinnerung an den E-Mail-Kontakt.

Thema: Evakuierungsoperation 2021-08-14 Akteure: Potzel, „Fisch“, Jan Hendrik van Thiel abschlussbericht\teil2-kap7-evakuierung.json