Bridge the Gap.

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Nazir Mohammad

In 2 Aussagen genannt.

Bewertung Kap. 5.1.2 — PRTs Bundeswehr S. 35–36

Bundeswehr-PRTs stützten sich auf dominierende Gewaltakteure: informelle Zweckbündnisse trotz Äquidistanz-Bekenntnis

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„Obgleich die Bundesregierung stets bekannte, gegenüber den lokalen Potentaten in Nordafghanistan eine Äquidistanz zu wahren, „… ging sie informelle …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„Obgleich die Bundesregierung stets bekannte, gegenüber den lokalen Potentaten in Nordafghanistan eine Äquidistanz zu wahren, „… ging sie informelle Zweckbündnisse mit inoffiziellen Machthabern ein“ (Münch, 2015, S. 241). So stellte die Ausweitung von ISAF mit dem Konzept von PRTs die Dominanz der Gewaltakteure in Nordafghanistan nicht infrage, sondern stützte sich sogar auf diese … Die Bundesregierung förderte gezielt gewisse afghanische Patronage-Netzwerke und ignorierte andere.“

Quelle: Gutachten BICC: Korruption in Afghanistan (Enquete-Kommission), S. 35–36 (Original, neues Fenster)

Obwohl die Bundesregierung offiziell „Äquidistanz” zu lokalen Potentaten beanspruchte, ging sie informelle Zweckbündnisse mit inoffiziellen Machthabern ein. Die deutschen PRTs (Kundus 2003–2013, Faisabad 2004–2012) arrangierten sich mit den dominierenden Patronen: in Masar-i Sharif Atta Noor, in Kundus zunächst Daud Daud, danach Mir Alam, in Badachschan Nazir Mohammad. Die Bundeswehr setzte überwiegend auf tadschikische Netzwerke (Jamiat-i Islami, Shura-ye Nazar); paschtunische Gruppen, die zunehmend von den Taliban mobilisiert wurden, wurden ignoriert.

Thema: Verantwortung & Konsequenzen Akteure: Atta Noor, Daud Daud, Mir Alam, Nazir Mohammad… enquete_gutachten\bicc-korruption.json
Sachverständige:r Kap. 5.1.2 — PRT Faisabad S. 36

PRT Faisabad: enge Kooperation mit Kommandeur Nazir Mohammad („MN”) unter Verdacht der eigenen Raketenangriffe

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„Wie eng die Kooperation mit Nazir Mohammad war, lässt sich daran ablesen, dass er im PRT nur mit dem Akronym MN erwähnt wurde. Nazir Mohammad stellte …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„Wie eng die Kooperation mit Nazir Mohammad war, lässt sich daran ablesen, dass er im PRT nur mit dem Akronym MN erwähnt wurde. Nazir Mohammad stellte 30 bewaffnete Wachmänner zur Sicherung des PRT. … das PRT [intervenierte] wiederholt, als die Zentralregierung diesen entmachten wollte. Gleichzeitig trug wohl Nazir Mohammad selbst zur sich verschlechternden Sicherheitslage bei. So wurde das PRT immer wieder mit Raketen beschossen, ohne dass es zu Verletzungen der Soldat:innen kam. Nach jedem Angriff wurde Nazir Mohammad im PRT vorstellig und sagte, dass die Sicherheitslage sich verbessern würde, wenn man mehr von seinen Kämpfern anstellen würde (Münch, 2015, S. 254-258).“

Quelle: Gutachten BICC: Korruption in Afghanistan (Enquete-Kommission), S. 36 (Original, neues Fenster)

Das PRT Faisabad pflegte enge Liaison mit Kommandeur Nazir Mohammad (intern „MN”), der 30 bewaffnete Wachmänner stellte; das PRT intervenierte sogar wiederholt, als die Zentralregierung ihn (bekannt für Drogenhandel) entmachten wollte. Verdacht: Nazir Mohammad selbst trug zur sich verschlechternden Sicherheitslage bei. Das PRT wurde wiederholt mit Raketen beschossen, ohne Verletzte; nach jedem Angriff bot Nazir Mohammad an, weitere Kämpfer anzustellen.

Thema: Verantwortung & Konsequenzen Akteure: Nazir Mohammad, PRT Faisabad, Bundeswehr enquete_gutachten\bicc-korruption.json