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„Zum Beginn des Afghanistan-Einsatzes, so erinnerte sich Botschafter Erdmann, sei die NATO durch den festgestellten Bündnisfall „schrittweise und ohne definierten Fahrplan“ in das Zentrum des internationalen Engagements geraten. Der Nordatlantikrat sei zum „Maschinenraum“ und zum „Nukleus der operativen Führung“ der internationalen Stabilisierungs- und Unterstützungsmission (ISAF) geworden.“
Botschafter a. D. Martin Erdmann (ehemaliger Beigeordneter des NATO-Generalsekretärs) erinnerte in der Anhörung am 03.06.2024: Zum Beginn des Afghanistan-Einsatzes sei die NATO durch den Bündnisfall „schrittweise und ohne definierten Fahrplan” ins Zentrum geraten. Der Nordatlantikrat sei zum „Maschinenraum” und „Nukleus der operativen Führung” der ISAF geworden. Je nach Zeitpunkt seien neben den NATO-Mitgliedstaaten etwa 30 weitere Nicht-NATO-Staaten an ISAF beteiligt gewesen. Trotz der präzedenzlosen Komplexität sei die NATO-Koordinierung rückblickend „vorbildlich” gewesen. Doch keine noch so gute Koordinierung könne verhindern, dass „das plötzlich auftretende Unerwartete” die Regel sei und die Realität „hinter einer Nebelwand” liege.
Originalstelle„„Grundsätzlich […] bin ich überzeugt, dass es in den kommenden Jahrzehnten nicht erneut zu international breit angelegten und militärisch …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„„Grundsätzlich […] bin ich überzeugt, dass es in den kommenden Jahrzehnten nicht erneut zu international breit angelegten und militärisch abgesicherten Krisenstabilisierungseinsätzen kommen wird […]. Infolge des russischen Vernichtungskrieges gegen die Ukraine sowie seiner neoimperialen Grundausrichtung […] werden wir unsere Sicherheits- und Verteidigungspolitik strikt auf Abschreckung und Bündnisverteidigung ausrichten müssen.”“
Erdmann ging nicht davon aus, dass komplexe Einsätze in der Größenordnung von Afghanistan oder Mali in absehbarer Zukunft erneut durchgeführt würden. Infolge des russischen Krieges gegen die Ukraine und Russlands neoimperialer Grundausrichtung müsse Deutschland seine Sicherheits- und Verteidigungspolitik strikt auf Abschreckung und Bündnisverteidigung ausrichten.
Originalstelle„Da aus der Sicht von Martin Erdmann aufgrund der revisionistischen Ambitionen Russlands die Landes- und Bündnisverteidigung höchste Priorität habe …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„Da aus der Sicht von Martin Erdmann aufgrund der revisionistischen Ambitionen Russlands die Landes- und Bündnisverteidigung höchste Priorität habe, bleibe die NATO die zentrale Organisation, welche die europäische Sicherheit garantiere. Ohne die militärischen Fähigkeiten der USA sei die Europäische Union „nicht nur politisch nicht handlungsfähig“, sondern „auch materiell nicht verteidigungsbereit, ja nicht einmal abschreckungsfähig“. Florian Laudi stimmte zu, dass die Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit Europas durch das transatlantische Bündnis der NATO gewährleistet werden müsse.“
Aus Sicht Erdmanns bleibe die NATO aufgrund der revisionistischen Ambitionen Russlands die zentrale Organisation, die europäische Sicherheit garantiere. Ohne US-Fähigkeiten sei die EU „nicht nur politisch nicht handlungsfähig”, sondern „auch materiell nicht verteidigungsbereit, ja nicht einmal abschreckungsfähig”. Laudi stimmte zu: Die Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) der EU könne Beiträge zum Internationalen Krisenmanagement leisten, habe hier aber „nicht unerhebliches Verbesserungspotenzial”. Erdmann nannte als Nachteile der GSVP: keine Führungsnation, zu langsame Entscheidungsfindung. Für Kriseneinsätze in der europäischen Peripherie (Westbalkan) müsse sich die GSVP dennoch bereithalten.