„„Da, […] wo sozusagen EZ mit Militär gekoppelt wurde, ist das Ergebnis verheerend. In Afghanistan […] konnte die Verbindung von Kampfeinsatz und Wiederaufbau nicht funktionieren, weil da sozusagen zu viele Rollen ineinandergegriffen haben.“
Mehrere Sachverständige (Petermann, Zeino, Schetter, Safi) machten dem Ausschuss klar: Anders als in Deutschland oft dargestellt, war der Bundeswehr-Einsatz kein Flankenschutz für die EZ, vielmehr ein Hemmschuh. Westliche Truppen wurden von der Zivilbevölkerung als Besatzer wahrgenommen; nächtliche Razzien, US-Luftangriffe (Anzahl getöteter Zivilisten 2016–2019 verdreifacht) und Frauenförderung-Diskurs erschwerten Glaubwürdigkeit und Wirkung. BMZ-Minister Müller (CSU) bestätigte, NGOs hätten von Anfang an darauf hingewiesen, sie seien ohne Bundeswehr tätig.
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„„Es häufen sich Meldungen und konkrete Hinweise, […] dass die Taleban in von ihnen dominierten Gebieten […] konsequent Schutzgelder erpressen, i.d.R. 10% ,Besteuerung‘. So nutzen sie die internationalen Hilfsprojekte doppelt: Zum einen als Geldquelle für ihren bewaffneten Kampf, zum anderen profitieren sie von dem Eindruck, dass in den von den ihnen beherrschten Gebieten Projekte vorangehen.“
Ab Herbst 2020 meldete das Generalkonsulat Masar-i-Sharif, dass die Taliban in von ihnen kontrollierten Gebieten westliche EZ-Projekte mit „i.d.R. 10 % Besteuerung” indirekt besteuerten. Deutsches Steuergeld floss damit in die Taliban-Kriegskasse. Im gemeinsamen Arbeitspapier von BMZ und AA (23.07.2021) heißt es ausdrücklich: „Bereits jetzt findet ein signifikanter Teil […] in Gebieten unter effektiver Kontrolle der Taliban statt und unterliegt zum Teil der indirekten Besteuerung durch die Taliban.” Minister Müller (CSU) gab ein: „Diese Besteuerungsthematik wurde diskutiert; die ist mir bekannt.”