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„„Das mit deutschen Geldern errichtete und über Jahre vom GPPT unterstützte STC hatte sich unter der Leitung von Oberst […] zunehmend zu einem Ort von Korruption, Betrug sowie Sexual- und Gewaltverbrechen gewandelt. […] Mitte März erhielt […] Kenntnis, dass ein Ausbilder am STC eine Kollegin, die Opfer sexueller Übergriffe geworden war, aufforderte, Sprengstoff ins STC zu bringen. Als diese sich weigerte, drohte der Ausbilder ihr, Videomaterial des sexuellen Übergriffs ins Internet einzustellen und so Schande über ihre Familie zu bringen.“
Im mit deutschen Mitteln finanzierten „Sergeant Training Center” (STC) der afghanischen Polizei in Balkh kam es laut Abschlussbericht des deutschen Polizeiführers (GPPT) und Berichten des deutschen Generalkonsulats Masar-i-Sharif zu systematischen Vergewaltigungen, Korruption und Strafvereitelung bis hin zu einem mutmaßlich fingierten Sprengstoff-Anschlagsplan. Hinweise reichten laut Generalkonsulat „bis in höchste Regierungsämter” (afgh. Innenminister Andarabi, stellv. Minister Baraipal). Die afghanische Seite zeigte laut Botschafter Zeidler keinen Aufklärungswillen.
„„V.a. Nationalpolizei (ANP) und Lokalpolizei (ALP) aber sperren sich gegen eine CP-Reduzierung […]. Neben subjektivem Sicherheitsempfinden stehen v.a. wirtschaftliche Interessen (irreguläre CP-Gebühren) hinter dieser Haltung.“
Ein Drahtbericht des Generalkonsulats Masar-i-Sharif (Sommer 2020) hielt fest: Die Lokal- und Nationalpolizei (ANP, ALP) sperrte sich gegen die Reduktion ihrer im Land verstreuten, opferreichen Checkpoints. Wesentliches Motiv waren „irreguläre CP-Gebühren” (Schmiergelder). Die ANDSF erlitt deshalb hohe Verluste in vielen kleinen Stationen und wurde von den Taliban überrannt; viele Soldaten flohen oder liefen zu den Taliban über.
Originalstelle„„Es häufen sich Meldungen und konkrete Hinweise, […] dass die Taleban in von ihnen dominierten Gebieten […] konsequent Schutzgelder erpressen, i.d.R. …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„„Es häufen sich Meldungen und konkrete Hinweise, […] dass die Taleban in von ihnen dominierten Gebieten […] konsequent Schutzgelder erpressen, i.d.R. 10% ,Besteuerung‘. So nutzen sie die internationalen Hilfsprojekte doppelt: Zum einen als Geldquelle für ihren bewaffneten Kampf, zum anderen profitieren sie von dem Eindruck, dass in den von den ihnen beherrschten Gebieten Projekte vorangehen.“
Ab Herbst 2020 meldete das Generalkonsulat Masar-i-Sharif, dass die Taliban in von ihnen kontrollierten Gebieten westliche EZ-Projekte mit „i.d.R. 10 % Besteuerung” indirekt besteuerten. Deutsches Steuergeld floss damit in die Taliban-Kriegskasse. Im gemeinsamen Arbeitspapier von BMZ und AA (23.07.2021) heißt es ausdrücklich: „Bereits jetzt findet ein signifikanter Teil […] in Gebieten unter effektiver Kontrolle der Taliban statt und unterliegt zum Teil der indirekten Besteuerung durch die Taliban.” Minister Müller (CSU) gab ein: „Diese Besteuerungsthematik wurde diskutiert; die ist mir bekannt.”