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„Zusammenfassend bewerten wir die Bedrohungslage für Kabul-Stadt als „hoch”. Einen „Sturm der Taleban auf Kabul” – ebenso den Zusammenbruch der ANDSF sowie der Republik an sich – halten wir (vorbehaltlich fortgesetzter finanzieller Unterstützung) kurzfristig für unwahrscheinlich.“
Ein BND-Sprechzettel für ein Gespräch mit Sonderbeauftragtem Dr. Wieck vom 26.07.2021 bewertete die Bedrohungslage für Kabul-Stadt als „hoch”, einen kurzfristigen Sturm der Taliban auf Kabul oder Zusammenbruch der ANDSF und Republik aber als „unwahrscheinlich” (5–20 %), vorbehaltlich fortgesetzter finanzieller Unterstützung. Eine begleitende E-Mail nannte das Ziel, „elegant einen Spagat zwischen DEU-Bo und BND Perzeption” zu schaffen.
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„Aus dem AA liegt in diesem Kontext zudem eine E-Mail zwischen Staatssekretär Berger und dem Sonderbeauftragen Dr. Wieck vor, in welcher Berger Dr. Wieck damit beauftragt, van Thiel „eins auf die Nuss” zu geben, weil dessen Berichte als zu wenig „faktisch” empfunden worden seien. … Die sog. „Republik” befindet sich militärisch im Endspiel, fraglich ob USA noch eine Verlängerung herbeibomben können.“
Nach einem DKOR vom 22.07.2021 schrieb Staatssekretär Berger an Sonderbeauftragten Dr. Wieck: „wir müssen aufpassen hier nicht in eine Panikberichterstattung zu verfallen”. Eine weitere E-Mail beauftragte Wieck, van Thiel „eins auf die Nuss” zu geben, weil dessen Berichte als zu wenig „faktisch” empfunden worden seien. Van Thiel selbst zog am 23.07.2021 das Fazit: Die „Republik” befinde sich militärisch im Endspiel; Handlungsempfehlung: Ausreise, Ausdünnung, realistische Evakuierungsplanung vor (!) dem Ernstfall.
Hinweis: Zwei dokumentierte Wahrnehmungen der Lage Juli 2021. Berger und AA-Zentrale: keine Panik; van Thiel und Botschaft Kabul: militärisches Endspiel.
Originalstelle„Bedauern über Entscheidung zur Evakuierung der US-Botschaft bzw. Verlegung an Flughafen Mitte August. Sei damals getroffen worden auf Grundlage [der] …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„Bedauern über Entscheidung zur Evakuierung der US-Botschaft bzw. Verlegung an Flughafen Mitte August. Sei damals getroffen worden auf Grundlage [der] Berichterstattung […] [vor Ort], derzufolge gewaltsame Übernahme des Compound durch Taliban unmittelbar bevorstehe. Aus heutiger Sicht überzogene Panik.“
Sonderbeauftragter Dr. Wieck berichtete am 22.09.2021 aus einem Gespräch mit einem hochrangigen US-Vertreter: Die schnelle US-Botschaftsevakuierung sei auf Berichte über eine angeblich „unmittelbar bevorstehende“ Taliban-Übernahme des Compounds zurückzuführen gewesen, „aus heutiger Sicht überzogene Panik“.