Haber: „kulturelles“ Problem; deutsche Politik konnte Ambiguitätstoleranz für Szenario B weniger gut aushalten
„Ich hatte eher den Eindruck, dass das Problem eher kulturell war […] als die deutsche Politik sehr statisch auf die Grundinteressen schaute. […] Und …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„Ich hatte eher den Eindruck, dass das Problem eher kulturell war […] als die deutsche Politik sehr statisch auf die Grundinteressen schaute. […] Und die Amerikaner waren da gar nicht anderer Auffassung. Sie hatten nur […] sich vorbereitet auf eine Situation, die sie nicht wollten, aber die sie in der Hinterhand haben mussten. […] das konnte die deutsche Politik weniger gut aushalten. Ich glaube, in einer solchen Situation, kulturell, wie gesagt, ist eine gewisse Ambiguitätstoleranz nötig.“
Botschafterin Dr. Haber (Washington) resümierte, das Problem sei „eher kulturell“ gewesen: Die deutsche Politik habe statisch auf das Grundziel geschaut (Erhalt der Errungenschaften in Afghanistan), während die USA gleichzeitig, mit „konstruktiver Ambiguitätstoleranz“, auf ein Szenario B vorbereitet gewesen seien. Diese Doppelorientierung habe die deutsche Politik „weniger gut aushalten“ können; nötig sei ein Mindset-Wandel zu mehr Ambiguitätstoleranz.
Thema: Lehren für die Zukunft
Akteure: Dr. Emily Haber, USA abschlussbericht\teil2-kap8-nachevakuierung.json