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„Wir haben sehr schnell, weil natürlich aus dieser Fehleinschätzung öffentliche Vorwürfe erwachsen sind sowohl in den Medien als auch im Parlament, uns bemüht, Ursachen dieser Fehleinschätzung aufzuklären. Und dazu haben wir dann eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die den Auftrag hatte, unter Zuhilfenahme eines umfangreichen Fragenkataloges auszuforschen, unter welchen Umständen diese Prognose zustande gekommen ist, ob dabei handwerkliche Fehler, sonstige Fehler gemacht worden sind.“
Der BND hatte die Übernahme Kabuls durch die Taliban am 15.08.2021, jedenfalls in dieser Geschwindigkeit, nicht zutreffend prognostiziert. BND-Präsident Dr. Kahl beauftragte am 18.08.2021 die Interne Revision (Leitung: Dr. T. W., Sachgebiet mit Personalstärke „im einstelligen Bereich“, unabhängig mit direktem Vortragsrecht). Der spätere Revisionsbericht ist als GEHEIM eingestuft. Auftraggeber war der BND-Präsident, nicht das BKAmt; Letzteres wurde aber als Dienst- und Fachaufsicht eingebunden.
Originalstelle„Auf Basis der schriftlichen Antworten auf den Fragenkatalog und der Gespräche erstellte die Interne Revision einen Bericht, der im Februar 2022 …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„Auf Basis der schriftlichen Antworten auf den Fragenkatalog und der Gespräche erstellte die Interne Revision einen Bericht, der im Februar 2022 fertiggestellt wurde. Laut Aussage des Zeugen Dr. T. W., dem Leiter des Sachgebietes Interne Revision im BND, sei der Bericht erst „zu einem späten Zeitpunkt finalisiert und existent“ gewesen, was „nichts Ungewöhnliches“ sei. Der Entwurf des Berichtes sei sodann an „alle involvierten Arbeitsbereiche“ verteilt worden, um den Stellen die Möglichkeit zur Stellungnahme einzuräumen.“
Auf Basis schriftlicher Antworten und Gespräche erstellte die Interne Revision einen Bericht, der im Februar 2022 fertiggestellt wurde. Der Entwurf wurde an alle involvierten Arbeitsbereiche verteilt (Stellungnahmemöglichkeit), dann über Leitungsstab und Vizepräsident an Präsident Kahl sowie an das BKAmt gegeben. Empfehlungen werden laut Dr. T. W. nach Billigung durch die Hausleitung umgesetzt; Kahl: Bericht und Gegendarstellung seien in eine „inhaltliche und vor allem in eine Strukturreform“ eingeflossen.
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„Darin wurden bereits vor der Fertigstellung des Berichtes die folgenden Bereiche als „Potential für Verbesserungen“ genannt: a) Strategischen Analysen muss hinreichend Raum neben der Tagesberichterstattung gegeben werden. b) Strukturen überprüfen, um hohen Koordinierungsaufwand durch Beteiligung verschiedener Abteilungen zu reduzieren. c) Stets und selbstkritisch prüfen: Stimmen die Argumente für eine Lageeinschätzung (noch)? d) Verantwortlichkeit aller Führungsebenen stärken. e) Noch stärkere Anwendung zeitgemäßer Analysemethoden (Szenario-Techniken).“
Aus einem Sprechzettel der Internen Revision für Dr. Kahl vom 16.09.2021 zur öffentlichen Anhörung der Nachrichtendienst-Präsidenten ergeben sich folgende „Potential[e] für Verbesserungen“: (a) strategischen Analysen mehr Raum neben Tagesberichterstattung; (b) Strukturen prüfen, Koordinierungsaufwand reduzieren; (c) selbstkritisch prüfen, ob Argumente für Lageeinschätzung noch stimmen; (d) Verantwortlichkeit aller Führungsebenen stärken; (e) stärkere Anwendung zeitgemäßer Analysemethoden (Szenario-Techniken); (f) bessere Ausbildungsangebote; (g) Anschluss an den laufenden Prozess der strategischen Modernisierung.
Originalstelle„Laut Aussage des Zeugen Dr. S. R., Leiter des Referates Auswertung für Afghanistan im BND, habe der Fachbereich beantragt, dass „alle internen und …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„Laut Aussage des Zeugen Dr. S. R., Leiter des Referates Auswertung für Afghanistan im BND, habe der Fachbereich beantragt, dass „alle internen und externen, bisherigen wie zukünftigen Adressaten“ des Berichtes der Internen Revision auch die Gegendarstellung erhalten würden. Dementsprechend sei, so der Präsident des BND Dr. Kahl, entschieden worden, „diese Papiere so nebeneinanderzustellen und auch so nebeneinander zu den Akten zu geben, dass sich jeder sein eigenes Bild“ machen könne. Die Gegendarstellung sei „ein Ausweis der Fehlerkultur des Bundesnachrichtendienstes“.“
Auf Antrag des Fachbereichs wurde entschieden, Revisionsbericht und LBA-Gegendarstellung allen bisherigen wie zukünftigen Adressaten gemeinsam zukommen zu lassen. BND-Präsident Kahl: „diese Papiere so nebeneinanderzustellen und auch so nebeneinander zu den Akten zu geben, dass sich jeder sein eigenes Bild“ machen könne; die Gegendarstellung sei „ein Ausweis der Fehlerkultur des Bundesnachrichtendienstes“. Dr. T. W. (IR) bezeichnete die Stellungnahme als „Teil eines diskursiven Prozesses“.