„Und das habe ich dann mit Frau K. […] besprochen, dass wir das kürzen. Dann habe ich das selbst gekürzt, nicht auf Intervention des BND. […] Im Interesse des BND wäre es wahrscheinlich heute, wenn das lange Protokoll rausgegangen wäre.“
Im Entwurf des Krisenstab-Protokolls vom 13.08.2021 wurde der BND-Vortrag samt sechs Kipppunkten ausführlich wiedergegeben. Der Krisenbeauftragte Dr. Diehl kürzte die Endfassung eigeninitiativ auf eine Kurzfassung, aus der Erfahrung, dass beim BND nur „Kernaussagen hängen bleiben“. Heute räumt er ein, der BND habe wohl eher Interesse am langen Protokoll gehabt.
„Ich hatte den Eindruck vom Zuhören in dieser Krisenstabssitzung, dass die Tendenz schon dahin ging, die Situation so einzuschätzen, wie sie vor Ort beschrieben wurde … bis zu dem Zeitpunkt, wo es dann zu dieser Aussage kam; und dann kippte das.“
Sicherheitsberater „Fisch“ und van Thiel beschrieben, das BND-Statement habe die Stimmung im Krisenstab gekippt, vorher sei die Tendenz zu sofortiger Evakuierung gegangen. Diehl widerspricht: Eine „sofortige Evakuierung“ wäre auch ohne den BND-Beitrag nicht beschlossen worden. Sigmund: Van Thiels Aussagen hatten „Gewicht“ und seien „sehr ernst genommen“ worden.