Petraeus: Größter strategischer Fehler: fehlende „strategische Geduld“ und ständige Suche nach Ausweg
„Wie lange hätte es wohl gedauert? Das weiß ich nicht, das kann man nicht vorhersagen. (…) Aber zu sagen, dass es sich um mehrere Jahrzehnte handelt …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„Wie lange hätte es wohl gedauert? Das weiß ich nicht, das kann man nicht vorhersagen. (…) Aber zu sagen, dass es sich um mehrere Jahrzehnte handelt, oder um Generationen, das wäre vielleicht zutreffender, denke ich. Man muss nur die Geduld dazu haben. (…) Das ist der größte strategische Fehler, denn das ist alles andere als einfach. Offen gesagt, haben wir die Lehren vergessen, die wir in der Vergangenheit in Ländern wie Vietnam auf die harte Tour gelernt haben.“
US-General a. D. David H. Petraeus, Kommandeur USCENTCOM (2008–2010) und ISAF (2010–2011), wertete: Die deutsche Militärseite habe „sehr kompetent“ agiert. Aber der übergeordnete strategische Ansatz, die wiederholte Suche nach einem Ausweg, habe das militärische Vorgehen untergraben. Größter Fehler sei fehlende „strategische Geduld“ gewesen. Man habe in Afghanistan in Generationen denken müssen, nicht in Jahren. Lehren aus Vietnam seien vergessen worden. Doha sei ein „schreckliches diplomatisches Abkommen“ gewesen.