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„Nicht erfolgreich seien jedoch die Projekte gewesen, die auf gute Regierungsführung, die Förderung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, die Bekämpfung von Korruption, die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung, die Gleichstellung der Geschlechter und Stabilisierung abzielten.“
Prof. Christoph Zürcher (University of Ottawa) legte seine Meta-Studie zu 148 Evaluierungen vor: Erhebliche Erfolge bei Grundschulbildung, medizinischer Grundversorgung und Verbesserung ländlicher Lebensbedingungen, nicht erfolgreich bei guter Regierungsführung, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, Korruptionsbekämpfung, Wirtschaftsförderung, Geschlechtergleichstellung und Stabilisierung. Man werde Taliban „nicht davon überzeugen, friedlicher zu werden, wenn wir Brunnen und Schulen bauen“. Das AA-Stabilisierungskonzept 2022 berücksichtige weder wissenschaftliche Befunde noch Afghanistan-Erfahrungen.
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„Seit 2020 hatten wir bisher vier öffentliche und unabhängige Evaluationen. Davor haben wir sie selbst durchgeführt. Und das ist, als würde der Metzger die Qualität seines eigenen Fleisches bewerten. Daher denke ich, dass es eine sehr gute Idee ist, externe Evaluationen durchführen zu lassen, die einen kritischen Blick auf die tatsächliche Arbeit der Regierung werfen und darauf, ob die von der Politik festgelegten Ziele auch die gewünschten Ergebnisse gebracht haben.“
Botschafter Bjørn Tore Godal (Vorsitzender der norwegischen Afghanistan-Kommission „A Good Ally“ 2016) und Joost Flamand (Außenministerium Niederlande) bestätigten übereinstimmend: Auslandseinsätze führten zu „geschönten Berichten“; die Kommunikation sei „zu positiv“. Flamand: Externe Evaluierungen seien wie der Metzger, der nicht sein eigenes Fleisch bewerten dürfe. Bündnissolidarität (Art. 5 NATO-Vertrag) sei das primäre Ziel gewesen; der Staatsaufbau in Afghanistan sei „gänzlich gescheitert“.
Prof. Christoph Zürcher resümierte: Verfahren gegen „kleine Korruption“ (Deutschland habe sehr sorgfältig gearbeitet) hätten wenig Wirkung gegen die strukturelle Korruption gehabt. Große Geldströme in ein korruptes Land würden „von diesem Land, diesen korrupten Systemen verwertet“. Das stelle die „do-no-harm“-Frage. Man habe gewusst, dass Korruption durch die Geldströme unbeabsichtigt befördert werde.