Originalstelle„– Landverlegung zum HKIA leider weiterhin nicht möglich, angeblich erste Auseinandersetzungen nicht mit TLB sondern afgh. Ausreisewillige …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„– Landverlegung zum HKIA leider weiterhin nicht möglich, angeblich erste Auseinandersetzungen nicht mit TLB sondern afgh. Ausreisewillige untereinander. Ausschreitungen am Aiport Circle. – US Botschaft fordert zur sofortigen Verlegung zum alten HQ RS auf. – Wir machen uns abmarschbereit! HABEN WIR GRÜNES LICHT?!“
Um 13.04 Uhr (Kabul) am 15.08.2021 bat van Thiel das Krisenreaktionszentrum per E-Mail um „grünes Licht“ für die US-Evakuierungsoption. Eine Minute später erhielt er die Antwort „Haben Sie!“. Van Thiel insistierte auf einer Entscheidung aus Berlin, weil er am Vortag noch für eigenständige Entscheidungen kritisiert worden sei.
„Dies habe zu einer „Welle an Anfragen“ geführt, die in Gestalt von 500 000 bis 600 000 E-Mails bei dem Krisenreaktionszentrum eingegangen seien. … Die Hotline sei laut Aussage des Zeugen Dr. Jokisch „nach kürzester Zeit völlig überrannt“ worden.“
Beim AA-Krisenreaktionszentrum gingen 500.000 bis 600.000 E-Mails ein. Die ELEFAND-Liste wuchs von rund 100 Personen auf 400–500. Die ab 18.08.2021 auf Bitten des Bundestages eingerichtete Telefonhotline wurde „nach kürzester Zeit völlig überrannt“.
„Trotz eines massiven und großartigen freiwilligen Engagements [konnten] nur ca. fünf Prozent aller Anrufe überhaupt angenommen werden. Zehntausende E-Mails wurden gar nicht bearbeitet oder nur kursorisch nach bestimmten Schlagwörtern untersucht.“
Die CDU/CSU bewertet: Das AA-Krisenreaktionszentrum war 2021 nicht auf ein Großschadensereignis vorbereitet. Nur ~5% der Anrufe konnten angenommen, zehntausende E-Mails gar nicht oder nur kursorisch bearbeitet werden. Die Listenerstellung für besonders gefährdete Afghanen war „in gewisser Weise willkürlich”. Krisenbeauftragter Zahneisen meldete intern: „Wenn wir nicht rasch Verstärkung bekommen, implodiert mir der Laden.”
Die CDU/CSU zitiert prominent den AA-Referatsleiter Jokisch: Im AA galt die Grundannahme, dass Ortskräfte grundsätzlich nicht evakuiert werden. Erst der Entwurf des Krisenbeauftragten vom 11.08.2021 brachte Überlegungen zu deren Evakuierung auf die Leitungsebene.
Originalstelle„Die FDP-Fraktion möchte jedoch an dieser Stelle festhalten, dass für die Deutsche Botschaft Kabul bis zum 15. August 2021 keine uneingeschränkte …“Ganze Stelle zeigenKürzer zeigen
„Die FDP-Fraktion möchte jedoch an dieser Stelle festhalten, dass für die Deutsche Botschaft Kabul bis zum 15. August 2021 keine uneingeschränkte Evakuierungsentscheidung erfolgt ist. Bis dahin war diese nur unter der Prämisse erfolgt, dass die Botschaft am Flughafen in „Containern” unterkommt und „voll arbeitsfähig” ist. Um eine Erlaubnis für die Evakuierung zu erhalten, musste der Geschäftsträger drei Mal beim Krisenreaktionszentrum um Freigabe bitten. Die dritte dieser E-Mails enthält den medial bekannt geworden Satz „HABEN WIR GRÜNES LICHT?!”“
Die FDP-Fraktion: Bis zum 15.08.2021 erfolgte keine uneingeschränkte Evakuierungsentscheidung für die Botschaft Kabul, nur unter unmöglich erfüllbaren Bedingungen (Container, „voll arbeitsfähig”). Geschäftsträger van Thiel musste das Krisenreaktionszentrum dreimal um Freigabe bitten. Die dritte E-Mail enthielt den medial bekannten Satz „HABEN WIR GRÜNES LICHT?!”.